Vollbesatz, Kniebesatz, Silikon-Grip, Leggings, Klettverschluss oder elastisches Bein – Reithosen gibt es in so vielen verschiedenen Formen, Farben und Ausführungen, wie sonst fast nichts in der Welt der Reitklamotten.

Doch für welche Reithose soll man sich da nun entscheiden? Und ist teuer immer besser?

In diesem Artikel erfährst du…

  • ob Voll- oder Kniebesatz-Reithosen die bessere Wahl sind
  • welche Vor- und Nachteile Silikongrip im Vergleich zu Lederbesatz hat
  • wie man die Reithosen-Größe richtig misst (mit Maßtabelle)
  • worauf du sonst beim Kauf achten solltest
  • und welche Reithose die Beste ist

Die richtige Reithose – Quick Facts

Warum brauche ich überhaupt eine Reithose?

Im Gegensatz zu einer einfachen Leggings oder Jogginghose bietet die Reithose einen besseren Halt und scheuert nicht so schnell durch. Beides habt ihr dem Besatz an den Knien zu verdanken.

Kann ich auch in Leggings reiten?

Kannst du, ist aber nicht zu empfehlen – wie gesagt, die Leggings bietet keinen Halt im Sattel und ist so dünn, dass Reiten damit auch wirklich nicht bequem ist. Es gibt allerdings spezielle Reit-Leggings. Weitere Infos findest du weiter unten.

Was sollte unter die Reithose ziehen?

Je nach dem: Im Winter ziehen wir gern eine Strumpfhose unter die Reithose. Im Sommer reicht ganz normale Unterwäsche – achtet am besten darauf, dass sie bequem ist und nirgends kneift. Der String-Tanga aus weißer Spitze in Größe 34 ist vielleicht weniger optimal.

Wie müssen Reithosen gewaschen werden?

Keine Panik: Nicht alle Reithosen müssen mühsam mit der Hand gewaschen werden. Wenn ihr sie bei 30 Grad in die Maschine werft, seid ihr in jedem Fall auf der sicheren Seite. Meine Reithosen wurden auch schon mit in die Kochwäsche gegeben und haben überlebt – dafür würde ich aber nicht garantieren 😉

Vollbesatz oder Kniebesatz?

Die wahrscheinlich einfachste Entscheidung ist die Frage nach Vollbesatz oder Kniebesatz bei der Reithose. Kniebesatz ist deutlich günstiger und wird deswegen hauptsächlich für Kinder und Reitanfänger empfohlen, die schnell aus ihren Reitklamotten rauswachsen oder nicht sicher sind, ob sie wirklich bei ihrem Hobby bleiben wollen.

Allen anderen empfehlen wir, in Vollbesatz-Reithosen zu investieren. Diese sind zwar etwas teurer, bieten aber einen besseren Halt im Sattel und durch den dickeren Stoff am Hintern auch einfach ein besseres Gefühl.

Vorteile Vollbesatz:

  • besserer Halt
  • besserer Tragekomfort
  • längere Haltbarkeit

Nachteile Vollbesatz:

  • oft etwas teurer

Echtleder, Lederimitat oder Silikongrip?

Wo die Frage nach Voll- oder Kniebesatz noch relativ einfach zu beantworten war, scheiden sich hier schon die Geister. Welchen Besatz man für seine Reithose wählt, macht nicht nur optisch einen Unterschied, sondern auch im Sattel.

Reithosen mit Echtlederbesatz: Im Alltag ungeeignet

Früher wurden Reithosen hauptsächlich mit Echtlederbesatz hergestellt. Persönlich war ich noch nie ein Fan von Echtleder und bin deswegen froh, dass die meisten Hersteller mittlerweile Lederimitate nutzen.
Nichts desto Trotz haben Echtleder-Reithosen einige Fans, weil sie einen höheren Tragekomfort und eine längere Standzeit haben sollen.

Sie können bei 30 Grad in der Maschine gewaschen werden (was mir persönlich ehrlich gesagt zu wenig ist, meine Reithosen müssen hin und wieder durch die Kochwäsche), müssen danach aber mit spezieller Lederpflege behandelt werden, damit das Leder geschmeidig bleibt.

Ob der Aufwand dem Nutzen gerecht wird, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden – meiner Meinung nach sind Reithosen mit Echtleder-Besatz für den Alltag zu pflegeintensiv und zu teuer und deswegen ungeeignet.

Wer sich dennoch eine Echtleder-Reithose anschaffen moechte, wird bei http://shop.goodfellow-reithosen.de fündig.

Besatz aus synthetischem Leder-Imitat – der Klassiker

Reithosen mit Lederimitat-Besatz sind seit einigen Jahren der „Dauerbrenner“ – nicht ohne Grund: Sie sind pflegeleicht, können ohne spezielle Vor- oder Nachbehandlung in der Maschine gewaschen werden (meine schaffen es wie gesagt sogar alle paar Wochen mal in die Kochwäsche) und bieten einen Tragekomfort und eine Haltbarkeit, die mittlerweile längst mit Echtleder-Besatz Reithosen mithalten kann.

Wer heute ganz klassisch eine Reithose aussucht, wird oft bei Hosen mit Clarino-Kunstlederbesatz landen – fast alle namhaften Hersteller produzieren heute damit.

Vorteile von Kunstleder-Besatz:

  • lange Haltbarkeit
  • hoher Tragekomfort
  • lockeres Gefühl im Sattel
  • relativ günstig

Der Newcomer: Silikon-Besatz Reithosen mit Grip

Silikon-Grip hat sich in den letzten 1-2 Jahren zum Publikumsliebling gewandelt. Grund dafür ist nicht nur das Design und das ‚schlankere‘ Aussehen, sondern vor allem das Gefühl im Sattel: Silikon-Grip bietet einen deutlich festeren Halt als Lederbesatz.

Ein zusätzlicher Vorteil ist der Tragekomfort – der ist bei Reithosen mit Silikongrip oft einfach besser, die Hosen tragen sich wie einfache Leggings zuhause.
Der große Nachteil ist die Haltbarkeit – der Besatz verliert oft schon nach kurzer Zeit seinen Grip, das feste Gefühl im Sattel lässt nach. Wer lange Freude an seiner Grip-Reithose haben will, sollte also einige Dinge beachten:

Reithosen mit Silikongrip im Test: Worauf sollte man beim Kauf achten?

Grip-Reithosen sind total im Trend und werden immer beliebter. Kein Wunder – sie sind bequemer, oft stylischer, bieten einen hervorragenden Halt im Sattel und machen eine gute Figur.

Klingt perfekt, oder?

Leider nicht ganz: Die Lebenszeit von Grip-Reithosen ist deutlich kürzer als die von solchen mit Lederimitat-Besatz. Der Grund dafür ist einfach: Der Besatz ist, anders als bei Lederimitat-Hosen nicht eingenäht, sondern wird einfach auf den Stoff aufgetragen – also ähnlich wie bei Antirutschsocken.

Damit man trotzdem möglichst lange Spaß an seiner Grip-Reithose hat, sollte man einige Dinge beachten:

Material: Silikon oder Polyurethan

„Vorteil [von Polyurethan] gegenüber Silikon ist die bessere Abriebfestigkeit“, so Carolin Haget von Pikeur. Deswegen setzen zum Beispiel Pikeur und Cavallo auf Polyurethan-Besatz auf ihren Grip-Reithosen.

Das ist zwar etwas teurer, lohnt sich aber definitiv – denn die Reibung, die man als Reiter im Sattel hat, ist wirklich nicht zu unterschätzen. Im ausführlichen Test von Cavallo (darüber, wie objektiv dieser Test war, darf jeder selbst urteilen 🙂 ) waren die Modelle, die mit Polyurethan beschichtet waren, nach 30.000 Touren im Testlabor nur angescheuert – der Grip von günstigeren Silikonmodellen war bei dieser Belastung teilweise komplett abgescheuert.

Form: Zickzack hält weniger aus als Streifen

Wie schnell sich der Grip abscheuert, liegt nicht zuletzt auch an der Form – wo es eine größere Angriffsflaeche gibt, scheuert es sich schneller ab. Das ist aber ja ganz klar.

So leidet im Test der Zickzack-Grip am meisten, mehr als Streifen oder Punkte. Natürlich kommt es aber nicht nur auf das Muster an und Zickzack-Fans können getrost trotzdem eine Zickzack-Hose kaufen 🙂

Stoff und Verarbeitung: Teuer = gut?

Leider muss man sagen, dass es sich bei Grip-Reithosen oft auszahlt, auf das teurere Modell zu setzen. Aber keine Sorge: Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel und es gibt durchaus gute Grip-Reithosen für den kleinen Geldbeutel.

Beim Kauf sollte man auf jeden Fall einen Blick auf die Stoff-Qualität und die Verarbeitung der Hose werfen – denn nicht nur der Grip, sondern auch der Stoff müssen im Sattel mehr aushalten, als bei einer Lederbesatz-Reithose. Fühlt sich der Stoff wertig und der Grip fest und gut eingearbeitet an, ist die Hose sicher einen Versuch wert.

Silikon-Grip Reithosen: Unsere Testsieger

Platz 1: Pikeur Candela Grip Reithose

Hier müssen wir ehrlich sein: Pikeur ist nicht die günstigste Marke für Reiter, aber das Geld ist doch einfach gut investiert.

  • in verschiedenen Größen und Farben erhältlich
  • extrem gute Passform
  • seitliche Einschubtaschen
  • stylisch durch hohen Bund und Deko-Knöpfe




Platz 2: 4 Riders – Lexington Contrast Grip

Beste Reithosen 2019 - Platz 2 von 4Riders

Deutlich günstiger, aber nicht weniger schick ist die Lixington Contrast von 4Riders.

  • extrem schick
  • sehr bequem
  • guter Grip
  • unter 100 Euro bei Equiva erhältlich




Platz 3: Horze Active – für den kleinen Geldbeutel

Ist es mir ein bisschen peinlich? Ja. Aber Auch ich kann mir keine 20 Pikeur- oder Spooks-Reithosen leisten. Ist aber auch nicht schlimm, denn die Horze Active Reithose für unter 50 Euro tut auch ihren Dienst.

  • super günstig
  • sehr bequem
  • große Einschubtasche

Reithosen Größe: Das A&O für einen bequemen Ritt

Ich bin mir sicher, dass die meisten erfahrenen Reiter das Gefühl kennen: Die Hose ist neu, aber es zwickt schon beim Aufsteigen. Beim Leichttraben wird das Zwicken dann so eklig, dass man lieber gar nicht erst anfängt, richtig zu arbeiten – aus der Dressurlektion wird dann eine lockere Schrittrunde.

Keine Sorge: Das muss nicht sein – Reithosen gibt es zum Glück in allen Größen und Passformen, so findet jeder die richtige.

Reithose eine Nummer kleiner kaufen – gute Idee oder rausgeworfenes Geld?

Einige Reiter empfehlen, die Reithose eine Nummer kleiner zu kaufen, weil der Stoff recht elastisch ist und sich mit der Zeit noch etwas dehnt. Mein Tipp: Macht das besser nicht. Die Hose wird zwicken und unbequem sein, damit habt ihr sicher keinen Spass.

Sollte sich die Hose mit der Zeit doch noch so sehr dehnen, dass sie zu groß wird (mir ist das noch nie passiert), hilft eine heiße Wäsche. Kauft ihr die Hose von vornherein zu klein, könnte jedes Grad in der Waschmaschine schon eins zu viel sein 😉

Größentabelle Reithosen

Im Prinzip könnt ihr euch bei vielen Reithosen an eurer normalen Kleidergröße orientieren – tragt ihr in euren Jeans Größe 38, sollte die Reithose in Größe 38 auch gut passen.

Weil Reithosengrößen oft etwas anders dargestellt werden, haben wir euch hier eine Größentabelle abgebildet.

Reithosen-Größentabelle für Damen

USNormalgrößeKurzgrößeLanggrößeBundweite in cmHüftweite in cm
XS34176863-6688-91
S36187267-7093-95
M38197671-7496-98
M40208075-7899-102
L42218479-82103-106
L44228883-87107-110
XL46239288-93111-114
XXL48----94-99115-118
XXL50----100-105118-122
XXXL52----106-111123-127

Auf Nummer sicher gehen: Reithosengröße ausmessen – für Männer, Frauen und Kinder

Dem aufmerksamen Leser ist sicher aufgefallen, dass in der Tabelle verschiedene Masse angegeben sind – es handelt sich hierbei um Taillen- und Hüftumfang. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann diese beiden Masse nehmen (am einfachsten funktioniert das mit etwas Hilfe) und anhand der Masse die passende Größe aus der Tabelle suchen.

Der dritte Wert ist die Außenbeinlänge. Diese entscheidet darüber, ob die Reithose in Normallänge, als Kurz- oder Langversion gekauft werden sollte.

Passt die? Passform und Sitz der perfekten Reithose

Die richtige Reithose muss gut sitzen, damit sie nicht unbequem ist, zwickt oder drückt. Deswegen haben wir euch hier ein Video verlinkt, das den perfekten Sitz erklärt. Wir haben alle Tipps auch nochmal unter dem Video zusammengefasst.

Hose ist zu eng am Bauch

Wenn die Hose in den Bauch einschneidet, kann man sich auf Magenkrämpfe beim Reiten einstellen – glaubt mir, das ist kein schönes Gefühl. Wer generell hoch geschnittene Hosen nicht mag, kann sich an Hüfthosen halten – aber auch hier: Bitte nicht zu eng 🙂

Sitz am Hintern

Gerade bei Leder-Besatz-Hosen (gilt natürlich wie immer auch für Lederimitat) ist der Sitz am Hintern entscheidend. Ist die Hose zu eng, wird es fast unmöglich, locker im Sattel zu sitzen. Ist sie dagegen zu weit, steht die Hose hinten ab. Das sieht nicht nur blöd aus, sondern sorgt auch dafür, dass das Gefühl im Sattel ein Stück weit verloren geht.

Sitz an den Knien

Ja, sogar die Knie sind entscheidend. Der Besatz sollte nur an der Innenseite des Knies anliegen. Geht er bis über die Kniemitte (das passiert, wenn die Hose zu eng ist), drückt die Hose, der Reiter fängt oft automatisch an, mit dem Bein zu wackeln (der Druck am Knie kann nämlich wirklich fies wehtun) – der ruhige Sitz ist dahin.

Abschluss an den Knöcheln

So viel vorab: Ob die Reithose jetzt zwei Zentimeter kürzer oder länger ist, spielt keine kriegsentscheidende Rolle – zumindest hier kann man also nicht allzu viel falsch machen 🙂 Wichtig ist, dass die Hose gut in die Stiefel passt – ist sie länger als das Bein selbst, hängt also am Fuß, ist es relativ ungünstig. Ebenso ungünstig ist es, wenn sie viel zu weit ist – dann schlägt sie im schlimmsten Fall Falten in den Stiefeln und scheuert.

Schließt sie angenehm etwas über dem Knöchel ab, passt die Hose perfekt 🙂

Fazit: Bequem muss sie sein, zumindest ab dem zweiten Tag – oder: Warum man die erste Nacht in der Reithose schlafen sollte

Trotz aller Tipps und Tricks – und auch wenn die Reithose eigentlich wirklich passt: In der ersten Reitstunde wird sie an der ein oder anderen Stelle zwicken. Keine Sorge, das ist ganz normal – da müssen alle Reiter durch 🙂

Damit es nicht auf dem Pferd quetscht und kneift, gibt es deswegen unter Reitern den Tipp, die Reithose über Nacht anzuziehen. Klingt erstmal unbequem, ist es aber gar nicht, denn die Reithose dehnt sich wirklich schnell und passt sich eurem Körper an. Am nächsten Morgen wollt ihr sie dann überhaupt nicht mehr ausziehen, ihr werdet sehen.

Reitleggings – neuer Trend oder nur unnützer Hype?

Neben Reithosen mit Grip sind Reitleggings im Moment total im Trend. Sie haben einen etwas dünneren Stoff und oft weniger Ziernähte und sollen deswegen noch ein Stück bequemer sein, als die (sonst sehr ähnlichen) Grip-Reithosen.

Wir haben die ein- oder andere Reitleggings getestet und sind bisher eher mittelmässig überzeugt. Der dünne Stoff ist doch sehr gewoehnungsbedürftig, wir hatten im Test erstmal ein komisches Gefühl im Sattel.

Wo die Reitleggings aber auf jeden Fall gut funktioniert, ist beim Springreiten – hier ist die zusätzliche Elastizität und die damit verbundene Bewegungsfreiheit ein großer Vorteil. Leidenschaftlichen Springreitern würden wir also auf jeden Fall empfehlen, es mal mit einer Leggings anstelle von einer Reithose mit Vollbesatz zu versuchen.