Shivering oder auch „Zitterkrankheit“ ist eine Erkrankung die Muskelkrämpfe in der Hinterhand auslösen. Optisch wirkt es manchmal so als würden betroffene Pferde in der Hinterhand zittern, bei schweren Fällen kann dieses zittern auch an der Vorderhand oder sogar am Kopf beobachtet werden. Für Pferdebesitzer ist die Diagnose der Shiverings oft ein Schock-denn die Krankheit gilt bisher als unheilbar. Jedoch können auch Pferde mit Shivering bei guter Haltung und Pflege ein langes Leben als Reitpferd führen.

So auch Bella, bei ihr wurde Shivering mit ca. 4 Jahren diagnostiziert und auf den ersten Blick sieht sie auch aus wie ein gesundes Pferd. Sie ist super in Form, ausbalanciert und leichtrittig, nur beim zweiten Blick fällt die Krankheit auf. Beim Hufauskratzen zieht sie hinten das Bein hoch, verharrt ein paar Sekunden und setzt es dann etwas umständlich wieder ab, auch das Rückwärtsrichten fällt ihr manchmal schwer.

Was ist Shivering?

Neu ist die Krankheit nicht jedoch wurde das Shivering Syndrom erst richtig bekannt durch den Dopingskandal am Pferd einer erfolgreichen Dressurreiterin. Das Pferd wurde mit Fluphenazin (ein Neuroleptikum, das im menschlichen Bereich bei schizophrenen Psychosen und psychomotorischen Erregungszuständen angewendet wird) behandelt. Bei einem Dopingtest ist dieses Mittel dann negativ aufgefallen.

Bei Pferden mit Shivering sind häufig Muskelzittern, ruckartigen Bewegungen auch starke Verspannungszustände zu beobachten. Meist erkennt man Shivering gar nicht auf den ersten Blick und wird von vielen auch als Unart abgetan, denn scheinbar gesunde Pferde sind beim Auskratzen der Hufe oder beim Schmied plötzlich unwillig. Sie können teilweise die Hinterbeine nicht ordentlich absetzen (reißen zum Beispiel den Huf aus der Hand) und tun sich beim Rückwärtsrichten sehr schwer.

Es wird viel gerätselt um die Gründe der Entstehung dieser Krankheit wie neurologische, muskuläre Ursachen, Genetik oder Traumata. Die Schulmedizin tappt hier im Dunkeln und bisher gibt es keine allgemein anerkannt Behandlung. Da die Krankheit somit als unheilbar gilt und fortschreitend verläuft, sind viele Pferdebesitzer erst mal völlig schockiert.

Jedoch leben viele Pferde mit dieser Krankheit schmerzfrei und sind auch uneingeschränkt reitbar.

Um deinem Pferd ein unbeschwertes Leben mit der Krankheit zu ermöglichen, muss sie natürlich erst einmal erkannt werden.

Wie erkenne ich Shivering?

Wie schon gesagt ist es nicht so einfach Shivering zu erkennen, da es zunächst sehr subtil auftritt. Gerne wird es auch mit dem Hahnentritt verwechselt. Ein erster Hinweis auf das Shivering-Syndrom: Das Pferd zieht das Bein krampfartig an und setzt es langsam wieder ab.  Viele Pferde drehen die Beine beim absetzen auch seitlich aus. Bei einem Hahnentritt zieht das Pferd das Hinterbein oft bei jedem Schritt ruckartig hoch und setzt es anschließend genauso schnell wieder ab.

Auch die Diagnose durch den Tierarzt gestaltet sich nicht so einfach und eindeutig. Denn die wenigsten Tierärzte kennen sich mit der Erkrankung aus. Shivering ist weitestgehend unerforscht, man findet kaum Informationen im Internet oder der Fachliteratur. Hinweise auf die Erkrankung kann ein Blutbild und ein Elektromyogramm geben.

Ist Shivering schmerzhaft?

Da Shivering kaum Untersucht wurde gibt es dazu keine 100% Antwort, es wird aber davon ausgegangen, dass die Erkrankung nicht schmerzhaft ist. Bella scheint zumindest keine Schmerzen zu haben.

Shivering behandeln

Die Ursache von Shivering konnte bis heute nicht sicher identifiziert werden, eine anerkannte Behandlung, gibt es derzeit nicht. Deshalb gilt Shivering bis heute als unheilbar.

Jedoch gibt es Behandlungsansätze die deinem Pferd helfen können und bei anderen Pferden zur Verbesserung der Symptomatik geführt haben.

Haltung

Eine artgerechte Haltung sorgt natürlich immer für ein glückliches und gesundes Pferd und ist somit erstrebenswert. Bei Pferde mit Shivering stellt eine enge Box vor besondere Herausforderungen, denn wenig Bewegung und langes Stehen können die Symptomatik verschlimmern. Optimal sind Offen- oder Laufställe, dort können die Pferde sich den ganzen Tag frei bewegen.

Du solltest jedoch darauf achten, dass dein Pferd einen guten Unterstand hat. Denn Nässe, Kälte und Wind führen dazu, dass sich die Muskeln zusammenziehen. Was wiederum das Zittern verschlimmert. Zudem sollte der Unterstand groß genug sein, dass dein Pferd sich darin drehen kann. Es ist sehr ungünstig, wenn es Ecken gibt in denen dein Pferd rückwärts raus muss.

Futter

Zum Thema Fütterung scheiden sich die Geister. Viele Leute schwören auf die Zugabe bestimmte Präparate und Zusätze. Manchmal wird auch eine fettreiche und kohlenhydrat- und stärkearme Fütterung wie etwa bei PSSM-Pferden empfohlen. Im selben Zug wird oft auch auf die Vitamine B und E sowie Magnesium und Mangan verwiesen.

Produktempfehlung:

Vitamin B

  • gut für das Nervenkostüm
  • unterstützt Immunsystem

Vitamin E

  • für entspannte und kräftige Muskulatur
  • fördert Muskelaufbau, Lockerung der Muskeln, Vorbeugung Leistungsabfall
  • lindert Versteifungen und Muskelverhärtungen

Magnesium

  • unterstützt Nerven- und Muskelstoffwechsel

Mangan

  • reguliert Muskel- und Gelenkstoffwechsel
  • sorgt für harmonisches Nervenkostüm

Allerdings gibt es auch hierzu keine wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass ein Mittel tatsächlich Linderung verschafft hat. Insgesamt ist eine gute Mineral- und Vitamin-Versorgung aber natürlich keine schlechte Idee.

Ein beratendes Gespräch mit der zuständigen tierärztlichen Fachkraft kann auch hier aufklären und ein aufs Pferd angepasster Fütterungsplan kann (evtl. auch mithilfe eines Blutbildes) erstellt werden. Bei der Auswertung des Blutbildes und dem individuellen Fütterungsplan helfen dir die Profis von Carevallo weiter. So kannst du sichergehen, dass alle Defizite deines Pferdes aufgedeckt und optimal ausgeglichen werden.

Ernährungsplan Carevallo

Carevallo ist der Experte für individuelle Pferdefütterung. In enger Zusammenarbeit mit dir wird nach einer eingehenden Analyse ein individueller Ernährungsplan für dein Pferd zusammengestellt. Anschließend kommt auf Wunsch monatlich deine Kraftfuttermischung zu dir an den Stall.

Für das Futter werden ausschließlich Rohstoffe aus regionaler Herkunft und überwiegend in Bio Qualität verwendet. Die verwendeten Mineralien sind zudem stets organisch gebunden.

Carevallo Ernährungsplan mit Fressgarantie

  • Analyse des Energie- und Nährstoffbedarfs
  • Body Condition Feedback 
  • Schriftlicher, mehrseitiger Ernährungsplan (pdf-Datei)
  • Individuelle Futterrezeptur (pdf-Datei)
  • Liste der optimalen Rohstoffe für dein Pferd  (pdf-Datei)
  • Auswertung von Heuanalyse, Blutbild oder Haarmineralanalyse (pdf-Datei)
  • Unbegrenzter E-Mail Support
  • BONUS:  Guide für das optimale Raufutter für dein Pferd
  • BONUS:  Wie ermittelst du das aktuelle Gewicht deines Pferdes 

Bewegung und Training

Da Shivering auch zum Muskelabbau führen kann, ist ein gezieltes Training für betroffene Pferde wichtig. Denn gut ausgebildete Muskeln können die Symptome reduzieren, sorgen für ein besseres Körpergefühl und lockere geschmeidige Muskeln. Beim Training solltest du wie eigentlich immer darauf achten, dass du das Pferd ausreichend warm reitest und du solltest Stress und Überforderung vermeiden. Denn häufig tritt Shivering auch in Stresssituationen auf.

Physiotherapie und Osteopathie

Unterstützend zum Training sind regelmäßige Behandlungen durch einen Physiotherapeuten oder Osteopathen empfehlenswert, um die gesamte Muskulatur des Pferdes zu entkrampfen und Linderung zu schaffen.

Kann ein Pferd mit Shivering normal geritten werden?

Ja, die meisten Pferde mit Shivering können normal geritten werden. Es gibt sogar Pferde mit Shivering die im Sport laufen. Nur Pferde mit sehr starken Symptomen sollten nicht oder nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt geritten werden.

Fazit Shivering

Da Shivering bis heute leider wenig erforscht ist, gibt es wenig Informationen und Behandlungen für betroffene Pferde. Mit einer guter Haltung und einem gezieltem Training stellt die Erkrankung meist kein großes Problem dar. Manche Pferdebesitzer konnten auch durch eine angepasste Fütterung gute Ergebnisse erzielen und die Symptome lindern.

Gerade weil das Thema wenig erforscht ist, solltest du ein paar Dinge ausprobieren und dann die richtige Behandlung für dein Pferd wählen.

Schreib mir doch gerne welche Erfahrungen du hast und was bei euch geholfen hat!